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Flüchtlinge
seit Jahrzehnten - Palästinenser im libanon
September 2006
Beinahe die Hälfte der Palästinenser, mehr als 4,3 Millionen
Menschen, wurden nach offiziellen Angaben in den letzten Jahrzehnten von
ihrem angestammten Lebensort vertrieben und leben heute als Flüchtlinge.
Der Begriff "Palästinenser", unter dem man heute die
Mitglieder einer selbständigen politischen Einheit versteht, existiert
in dieser Bedeutung erst seit Anfang der 1970er Jahre.
Weltweit gibt es nach jüngsten Zählungen des palästinensischen
Statistikamtes 9,8 Millionen Palästinenser. Die höchste Bevölkerungsdichte
ist in den palästinensischen Autonomiegebieten zu finden, die meisten
Palästinenser leben aber als Emigranten in den angrenzenden Ländern.
Von den 4,3 Mio anerkannten Flüchtlingen leben rund 1,3 Mio in offiziellen
Flüchtlingslagern in Jordanien, Libanon, Syrien, West Bank und Gaza
Streifen, ca. 3 Mio haben sich in Dörfern und Städten in der
Umgebung der Lager niedergelassen.
Das "Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina Flüchtlinge
im Nahen Osten" (UNRWA) versucht seit seiner Gründung im Jahr
1950 zumindest die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge in den Bereichen
Bildung und Ausbildung, Gesundheit und Arbeitsbeschaffung zu befriedigen.
Dennoch sind die Lager in der Regel geprägt von sehr hoher Bevölkerungsdichte,
Armut, hoher Arbeitslosigkeit und schwacher Infrastruktur. In fast allen
Aufnahmestaaten haben die palästinensischen Flüchtlinge keine
vollen bürgerlichen Rechte, obwohl manche schon seit Jahrzehnten
dort leben.
Im Libanon leben ca. 350.000 Palästinenser mittlerweile in der vierten
Generation. Seit ihrer erzwungenen Flucht im Zuge der der israelischen
Staatsgründung 1948 wohnen die meisten in den 12 offiziellen Flüchtlingslagern
die es im Land gibt. Die Lebensbedingungen hier sind äußerst
schlecht: es gibt keine funktionierende Infrastruktur, zu wenig Schulen
und Krankenhäuser. Die libanesische Regierung und die Bevölkerung
lehnen es ab, palästinensische Flüchtlinge dauerhaft anzusiedeln,
die Lager sind überfüllt.
Die Bewegungs- und Reisefreiheit sowie die Arbeits- möglichkeiten
der Flüchtlinge sind stark beschränkt. Über 70 Berufe dürfen
sie nicht ausüben
In keinem anderen Land leben noch so viele Palästinenser in Flüchtlingslagern,
ist die Arbeitslosigkeit so hoch und das Ausbildungsniveau so tief. Nirgendwo
sonst sind so viele Flüchtlinge von Nahrungsmittelhilfe abhängig
und leben in deprimierender Armut wie im Libanon.
Die meisten Familien sind zu arm, um auch nur die notwendigsten Dinge
für den Schulbesuch ihrer Kinder anzuschaffen. Als erste Maßnahme
haben wir im September 2006 in den Lagern "School Kits" mit
Stiften, Heften und anderen Schulutensilien verteilt.
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